Hallo zäme!
Ich hoffe, euch geht es allen gut und ihr verbringt schöne und heisse Tage in der Schweiz (obwohl, es ist mir zu Ohren gekommen, dass es wieder regnen soll…)
Ich habe mir gedacht, euch ein paar Zeilen von mir und meinem Business Trip zu schreiben… Ich habe bereits schon einiges erlebt, obwohl ich noch nicht einmal eine Woche unterwegs bin…. Aber Asien ist eben anders als Europa, viel anders….
Am Samstag, 14. Juli 2007 begann meine Reise nach Asien…. Es war wahnsinnig hart für mich… schliesslich bin ich erst seit vorgängigem Montag zu Andy gezogen und statt unsere Ferienwoche geniessen zu können, hatten wir zu „zügeln", Wohnungen zu putzen etc. Statt die Zeit also mit ihm geniessen zu können und mich richtig einzuleben, musste ich schon bald meine Koffer packen… Der Abschied viel mir sehr schwer…
Im Zug dann war mir überhaupt nicht mehr gut zu Mute…. Ganz alleine in diese fremden und grossen Länder zu reisen und für das ganze Roll Out für unser neues System in Asien verantwortlich zu sein – dieser Aufgabe fühlte ich mich nicht gewachsen. Um 17.02 fuhr also mein Zug in Solothurn los. In Zürich konnte ich zum Glück noch kurz meine Schwester treffen, welche gerade von ihren Ferien zurückkehrte, was mir sehr gut tat. Anschliessend gings dann schon zum Eincheckschalter. Es war mir gar nicht bewusst, wie praktisch es ist, wenn man mit Business Class fliegen kann…. Das fängt nämlich schon beim einchecken an! Ich musste nicht anstehen, und wurde subito bedient. Mir wurde alles genau erklärt und es wurde sogar nachgefragt, ob ich noch Fragen oder Wünsche hätte….
Auch beim Einsteigen lief alles wie geschmiert: separater Eingang, direkte Bedienung und kaum im Sitz Platz genommen, erscheint auch schon eine Stewardess mit Saft und Cüpli… man fühlt sich also wie ein König….
Leider blieb mir aber der Fehlstart in Zürich trotz Business nicht erspart… es war ein komisches und ungutes Gefühl, und keiner erklärte, wie und warum das geschehen ist… egal, beim 2. Versuch klappte es dann und schon waren wir hoch oben in den Lüften…. Kaum gestartet, kaum auch schon meine persönliche Stewardess herbeigelaufen und wollte mich bedienen. Es gab eine Speisekarte wie im Restaurant… ein 4-gang menu war angesagt…. Und dazu gabs Chateau-neuf du pab (weiss nicht einmal wie man das richtig schreibt… J ). Ich genoss auf jedenfall den Service und liess mich bedienen…. Nach 11 stunden Flug landeten wir dann in Seoul…. Ich hatte einen 6stündigen Aufenthalt vor mir…. Eigentlich eine langweilige Sache, aber nicht, wenn man mit Business fliegt!!! Da gibt es spezielle Business-Lounges wo man mit dem entsprechenden Flugticket Eintritt hat… ich nutzte natürlich die Gunst der Stunde und machte es mir in den bequemen Sesseln gemütlich… Internet und Food includet! Es gab ein Buffet mit sushi! As much as you can eat! Das liess ich mir auf keinen Fall entgehen und bediente mich… Zu trinken gabs was das Herz begehrt…. Von Mineralwasser über Süssgetränke bis hin zu Wein und Schnäpsen! So wurde der 6stündige Aufenthalt zu bald zu kurz und ich musste bereits wieder ins Flugzeug steigen um nach Sydney zu fliegen…
Ein nochmals 10 stündiger Flug stand mir bevor… dieser war aber erheblich anstrengender und kam mir viel länger vor…. Um 06.00 Uhr Ortszeit am Montagmorgen kam ich dann in Sydney an…. Nun seit über 24 h unterwegs war ich etwas geschafft…. Als ich dann noch das Förderband sah mit den Koffern welches von 4! Flugzeug bedient wurde konnte ich bald nicht mehr und als ich dann mit meinem Koffer (welch ein Glück diesen gefunden zu haben!) am Zoll anstand wäre ich am liebsten wieder direkt nach Hause geflogen…. Sehr anstrengend die ganze Angelegenheit…. Nach 1stündigem Anstehen kam ich dann endlich dran… zum glück konnte ich meine importierte Schokolade mitnehmen (die Asiaten an meinen Trainings hätten gar nicht Freude gehabt, wenn ich keine Schokolade mitgebracht hätte). Am Ausgang holte mich dann Jörg Brunner, ein Schweizer welcher zur Zeit in Australien arbeitet, ab. Ich war sehr froh! Wir tranken noch einen Kaffe und schon gings dann mit dem Zug los Richtung Office. Es war kalt! Man war das kalt! Gerade mal 5 grad waren zu messen! Im Office schlüpfte ich in meine Business-Kluft und dann begannen wir die Trainingsessions vorzubereiten. Um 12.30 Uhr war dann das erste Training mit 17 Nasen im Raum…. Es ging zum Glück alles sehr gut und ich war mit meiner Leistung zufrieden. Anschliessend durfte ich dann in mein Hotel mich zurück ziehen. Ich war wahnsinnig froh darüber, schliesslich hatte ich seit bald 35 stunden kein Bett mehr gesehen. Im Hotel nahm ich noch ein Bad, konnte mich einfach nicht wärmen, das war so kalt und nirgends in den Räumen war geheizt. Am nächsten Tag hatte ich am Morgen eine weitere Trainingssession… Am Nachmittag war dann noch die Diskussionsrunde bis ich dann um 16.00 Uhr das Office verlassen konnte. Zurück im Hotel war ich dann erst um 17.00 Uhr, als es schon bald dunkel war…. Ich brachte nur schnell meine Unterlagen auf mein Zimmer und machte mich auf den Weg für in die Stadt. Leider nichts mit schönen Fotos, da es schon dunkel war. Mit shoppen war leider auch nichts, die Läden hatten bereits geschlossen und mit umherlaufen war leider auch nicht viel: es war einfach zu kalt. Also ging ich etwas essen und dann wieder zurück ins Hotel…
Am nächsten Tag musste ich um 9.00 Uhr mein Hotel mit samt Gepäck verlassen… ich flog von Sydney nach Shanghai… wieder ein 10 stündiger flug…. Aber auch hier konnte ich Business Class geniessen, an was ich mich schon sehr gewöhnt habe….
In Shanghai holte mich Even Xu vom Flughafen ab. Sie kümmerte sich rührend um mich, hat mir eines der besten Zimmer im Xjingjiang Hotel reserviert und den Transfer vom Flughafen zum Hotel organisiert. Ich kam dann ca. um 10.00 Uhr am abend im Hotel wieder einmal todmüde an… Even regelte noch alles für das Zimmer, begleitete mich zum Zimmer und verabschiedete sich dann von mir.
Ich wohne nun im 31. stock. Im 34. Stock gibt es ein spezielles Restaurant für mich, wo ich mein Morgenessen einnehmen kann. Even hatte mir tatsächlich ein Exclusiv Raum reserviert! Das heisst, persönlicher Service, Suite mit Wohnzimmer, spezielles Restaurant etc. Unglaublich, bin mir das überhaupt nicht gewohnt…. Auch diese Nacht schlief ich wieder gut.
Am nächsten Morgen gings dann um 8.00 Uhr los. Ich wurde bei der Lobby abgeholt. Vorher nahm ich aber noch ein Frühstück zu mir: Lachs, verschiedene Brote, Früchte (ich glaube, China ist das Land der Melonen… was die für Sorten kennen…. Da konnte ich keine Faszination dafür entwickeln… J ), frische Fruchtsäfte etc. waren ein riesen highlight. Im Office, 15 Autofahrminuten vom Hotel entfernt, machte ich mich an die Vorbereitung für das Training. Heute hatte ich 22 Leute am Tisch alle aus China selber und aus Taiwan angereist…
Hier ist alles anders… Zu beginn sind viele in einer Schlange vor mir gestanden und haben mir ihre Business Card (Visitenkarte) überreicht. Auch ich musste ihnen meine reichen! Dies gehört zum guten Geschäft. Erst dann wird miteinander gesprochen! Ach ja, niemals eine Visitenkarte mit einer Hand entgegen nehmen oder entgegenstrecken! Das ist unsanständig und ungezogen! Der Regional Manager hat dann das Wort ergriffen, worüber ich ziemlich froh war! Anschliessend durfte ich mich vorstellen… alle haben geklatscht!!! Ich war sehr erstaunt… kannte dies eigentlich nur aus witzigen Filmen J Anschliessend hat sich jeder selber vorgestellt, wobei einige so scheu waren, dass Sie ihren Chef ansehen mussten und dieser dann die Leute vorstellen musste. Anschliessend wurde natürlich wieder geklatscht. Es ist alles wirklich ganz anders hier. Hier spricht niemand, wenn man nicht gefragt wird, die Leute sind scheu und haben immer das Gefühl, etwas falsch zu machen…. Wenn die Leute yes sagen, dann meinen sie damit nicht, dass sie meine Ausführungen verstanden haben. Für uns Europäer ist das schwierig verständlich und wir haben das Feeling nicht zu merken, wann jemand etwas begriffen hat und wann nicht. Gerade dieses Feeling wäre für mich wichtig gewesen. Doch es haut auch so geklappt, und wir hatten eine gute Schulung veranstaltet! Die Leute waren zufrieden und sehr dankbar.
Am Abend hatten wir dann einen social event! Mit den Chinesen, Taiwanesen, den angekommenen Koreaner und den Leuten aus Hongkong gingen wir essen. Ich ass Dinge, die ich in meinem Leben noch nie probiert hatte… Frösche, knackiges Gehirn von Quallen etc. Was sonst noch im essen drin war, weiss ich auch nicht… auf jeden Fall war es eine gute Erfahrung und das meiste davon hat mir geschmeckt! Ach ja, da gibt es noch ein Weingeschichte: Die Asiaten geniessen den Wein nicht so, wie wir das tun. Es gab mal ganz ein kleines Glas mit Wein (ausser die Manager erhielten ein grosses!). Ich wunderte mich sehr und dachte, dass ich mich wohl mit diesem Glas für den Abend zufrieden geben muss. Aber falsch gedacht! Das Weinglas wurde nach dem Anstossen (und dies wurde sehr oft zelebriert) jedes Mal gelehrt!!! Plötzlich waren dann die scheuen Chinesen nicht mehr so scheu und wurden sehr gesprächig…. Ich habe mich sehr amüsiert! Neben mir sass Lai Gail… Sie hat viel getrunken und fragte mich plötzlich: „Why I’m so drunk?" Es war wohl offensichtlich, wieso sie etwas betrunken war…. Aber sie fand es lustig und ich dann auch. Sehr sogar…. Interessant war auch, dass die scheuesten Chinesen aus dem Training vom Nachmittag die waren, die am meisten auf die Leute aus den anderen Ländern zugingen und anstossen (bzw. natürlich trinken) wollten. Aber man darf auch hier nicht vergessen, bevor dies geschah, wurden zuerst die Business Cards ausgetauscht! Ansonsten wird mit dieser Person nicht gesprochen oder getrunken! Wir assen und unterhielten uns sehr gut! Es war sehr interessant für mich andere Kulturen und Meinungen zu hören.
Anschliessend gingen wir dann noch weiter in eine Bar. Vorallem die Koreaner liebten das trinken und das rauchen! Soviel ich weiss, waren auch sie diejenigen, die nach dem Event in der Hotelbar noch eins, zwei über den Durst genommen haben, während andere (mich inklusive) sich aufs Zimmer begaben und schlafen gingen.
Der Abend war wirklich sehr amüsant. Ich war wahnsinnig froh, sind wir nicht noch in eine Karaokebar gegangen, denn dies ist hier wahnsinnig inn! Aber das blieb mir zum Glück ersparrt!
Heute starteten wir nun um 7.30 Uhr mit den Trainings…. Auch dieser Tag wäre geschafft…. Morgen habe ich dann einen freien Tag. Even hat mir angeboten, mir die Stadt ein wenig zu zeigen, was ich sehr gerne annahm. Ich bin nun auf den morgigen Tag sehr gespannt und freue mich, die Stadt ein wenig kennen zu lernen. Bevor ich aber diesen Tag geniessen kann, habe ich heute Abend noch ein Essen mit dem Regional Manager. Er will noch mit mir über das Training diskutieren und einige Vorschläge betreffend Inhalt unseres Systems einbringen….
So, nun habe ich viel von meiner Seite berichtet! Ich bin überzeugt, dass es auch aus Singapore und Tokyo, diese Städte werde ich nächste Woche besuchen, vieles zu berichten gibt!
Machts gut und bis bald!
tämi