S’Reisefüdle mäldet sich wieder vom angere ändi vor wält!
Es sind war nur ein paar Tag vergangen seit meines letzten Berichtes, doch es gibt wieder einige interessante Geschichten zu erzählen…
Am Freitagabend hatten wir wieder einen social event. Ich ging nicht wie geplant nur mit Emmanuell essen, sondern mit der Belegschaft von Hong Kong und noch einigen aus Taiwan, welche am Freitag einen Sightseeing-Day einlegten. Diesmal gingen wir ans andere Ende der Stadt. Wie gewohnt holte uns ein privater Chauffeur vom Hotel ab.
Ach ja, als wir in der Lobby auf den Chauffeur warteten, wurden wir Zeuge einer Heirats-Zeremonie! Unglaublich, aber die Shanghaianer heiraten nicht wie wir in der Kirche sondern in einem Raum eines öffentlichen Gebäudes. So entfällt beispielsweise auch die Kirchenzeremonie. Bei dieser Heirat geht es einzig und allein nur ums gemeinsame Essen und trinken (die Trinkgewohnheiten kennt ihr ja bereits…). Die Braut erscheint übrigens nicht in weiss wie bei uns, sondern traditionell in rot gekleidet!
Wir stiegen also in das Auto ein. Die Leute von Hong Kong waren Casual gekleidet. Zum teil sehr casual… der eine erscheinte sogar in kurzen Jogging-Hosen und Turnschuhen… Das sah schon ein wenig lustig aus….
Der Abend im Restaurant lief wie gewohnt ab…. In der Mitte des Tisches war eine drehbare Glasplatte wo das essen darauf gestellt wurde (wie beim ersten Abend). Es wurden ca. 13 Teller mit Essen auf die Platte gestellt. Sobald jeweils ein Teller leer war, wurde dieser durch einen anderen (auch mit anderen Inhalt) ersetzt. Es ist wirklich lustig chinesisch zu essen…. Da gibt es Nudeln, dann Früchte, dann wieder Fleisch und dann wieder Süssigkeiten und dann beginnt die Story von vorne…. Also kein wirklicher Ablauf wie wir das kennen. Hauptsache man isst alles durcheinander. Es schmeckte auch diesen Abend vorzüglich… Das Quallengehirn kannte ich ja bereits… aber diesmal probierte ich etwas anderes…. Etwas neues…. Es waren dicke Eier. Also die Eier waren in zwei mal gehälftelt wie wir das kennen. Aber sie sahen ganz anders aus. Das gelbe vom Ei war noch zu erkennen aber nichts vom weissen zu sehen. Das weisse vom Ei war schwarz! Ich weiss nicht was die mit diesen Eiern gemacht haben. Sie sahen auf alle Fälle nicht verlockend aus…. Doch ihr kennt mich ja, ich musste auch diese probieren und sie schmeckten wirklich gut! Salzig und gut…
Anschliessend ging ich zurück ins Hotel. Das war wieder einmal ein lustiger Abend. Am nächsten Tag war Samstag. Ein freier Tag für mich! Even Xu unterbreitete mir das Angebot, eine Sightseeing-Tour für mich zu veranstalten. Dieses Angebot nahm ich natürlich dankend an und freute mich sehr auf den Tag!
Um 10.00 Uhr gings los. Even hatte für den ganzen Tag einen Fahrer mit Auto gemietet. Es ist wirklich anders, eine Stadt mit Fahrer zu geniessen! Ein Anruf genügt und der Fahrer kommt und bringt und dorthin wo wir wollen…. Es ist also kein Schritt zu Fuss zu gehen, worüber ich eigentlich dankbar war, denn es war doch sehr heiss (36Grad und 74% Luftfeuchtigkeit)! Dies trieb mir trotz Fahrer des öfteren den Schweiss in die Stirn.
Erste Station war das Stadtmuseum. Eigentlich bzw. sehr interessant, wenn man Chinesisch verstehen könnte… Doch zu sehen gab es trotzdem einiges: Teller von 1600 bis heute, Tassen von 1600 bis heute, Briefbeschwerer von 1600 bis heute, Figuren, Bilder, Schriftzüge…. Jeweils in der Ausführung von 1600 bis heute…. Naja, ich gebe ja zu, nicht gerade mein Favouritengebiet aber trotzdem amüsant…. Nach dem Museum brachte uns der Driver nach Pudong, das ist der Stadtteil auf der anderen Seite des Flusses. Dort besuchten wir den TV Turm. Im Restaurant genossen wir das Mittagessen und die wunderbare Aussicht! Die Plattform dreht sich in einer Stunde um die eigene Achse. Also sehr gemütlich hier zu sitzen, das essen und die Aussicht zu geniessen! Ach übrigens ein neues Frams-erlebnis: es gab Hühnerfüsse! Ja, ihr habt richtig gelesen, nicht Hühnerschenkel, sondern Hühnerfüsse…. Ganz speziell…. Besonders speziell, da der Fuss ja aus nichts anderem besteht als aus Knochen und Haut. Darum ist wohl gerade die Haut des Fusses besonders interessant zu essen. Ich probierte natürlich.
Anschliessend besuchten wir das Aquarium…. Es war interessant, vielleicht nicht ganz so interessant wie das Aquarium in Sydney oder andere, aber trotzdem sehenswert. Unglaublich waren die vielen Leute…. China hat sonst schon so viele Leute aber heute war natürlich auch noch Samstag, was die Besucherzahl unglaublich in die Höhe schlug… Tja, so lange verbrachten wir dann auch nicht im Aquarium, es war einfach zu voll….
Anschliessend brachte uns der Fahrer zu einem Markt…. Es war eine Art Sonntagsmarkt oder Souvenirsmarkt. Die Souvenirs waren für mich weniger interessant: ich empfand die Güter eher als Ramsch und Kram: Katzen die winken, Grillen die grillen, Schmuckkitsch etc. Nichts, dass man sich als Andenken anschaffen könnte! Wirklich gar nichts!
Wir besuchten dann noch den Tempelgarten, in welchem MAN und FRAU sich leicht verirren kann… Egal, auch dann ist irgendeinmal der Ausgang zu finden…. Obwohl, wir standen dann ganz an einem anderen Ort als wir eintraten.
Wir schlenderten noch ein wenig durch die Gassen…. Spannend… irgendwo fand ich so eine Art ein Kasperli Theater. Man konnte sich hinsetzen und durch ein Guckloch gucken… hinter dem Guckloch sah man verschiedene Bilder welche nacheinander gezeigt wurde. Es war wohl so eine Art Geschichte. Um was es sich dabei genau handelte, weiss ich noch heute nicht. Ein Man, welcher die Bilder hin und her schaltete, erzählte die Geschichte. Es war lustig, ich verstand kein Wort aber er machte lustige Gesten und gab lustige Laute von sich. 3 Minuten später war der Spuck vorbei, die nächsten Leute nahmen Platz. Ich weiss nicht genau, wie viele male der Man die Geschichte pro Tag erzählt, aber schon das Kopfrechnen wird schwierig, wenn man bedenkt, dass er ca. alle 5 Minuten diese 3-minütige Geschichte erzählt.
Wir riefen wieder unseren Driver an, welcher uns an der Kreuzung auflud. Nun fuhren wir zum shoppen. Im H&M schauten wir uns ein wenig um…. Doch leider auch hier hatte es sooo viele Leute, dass das Shoppen überhaupt keinen Spass machte. Also entschlossen wir uns kurzerhand für eine Fussmassage. Der Driver brachte uns selbstverständlich zum Ort, wo dieser Service zu kaufen ist. Für gerade mal umgerechnet 6 Franken erhielten wir eine 1-stündige Fussmassage. Das anschliessende Fussbad im Rosenwasser sowie der Tee war inbegriffen! Das hat riesen Spass gemacht und tat unseren Füssen unheimlich gut!
Bald wurde es dunkel draussen. Der Driver fuhr uns zu einem Nudelrestaurant, ein Restaurant indem wirklich nur Nudeln serviert werden (die teuerste Portion zu 3 Fr.!). Es war einfach lecker!
Anschliessend gingen wir zum Fluss, obwohl das ein wenig geblufft ist, denn der Driver fuhr uns dahin und machten es uns in einem Starbugs Kaffee gemütlich. Hier genossen wir den wunderbaren Ausblick auf die toll beleuchteten Hochhäuser (Zur Info: In Shanghai gibt es ungefähr 3000 Hochhäuser!) auf der anderen Seite des Flusses. Wir quatschten bei einem Milchshake und einem Fruchtsaft. Es war sehr interessant, die Ideeen, die Kultur und andere „komische“ Dinge über China von Even zu erhalten. Mit ihr habe ich eine gute Freundin gewonnen. Doch plötzlich war es vorbei mit der netten Stimmung: es donnerte heftig und wir machten uns auf in Richtung Strasse. Leider erreichten wir die Strasse nicht bevor der Regen kam. Und der Regen kam. Und wie er kam…. Wir rannten keine Minute durch den Regen zur Strasse schon waren wir durch und durch nass. Mit nass meine ich wirklich „pflotsch“ nass… Als wir bei der Strasse angekommen waren war ich geschockt: die ganze Strasse war bereits mit ca. 5cm Wasser gefüllt und machte auch vor meinen Turnschuhen keinen Halt. Zum Glück hatten wir ja den Driver, obwohl, es machte keinen Unterschied, wir waren ja eh schon klitschnass… Im Auto lief natürlich die Klimaanlage…. Auf der Fahrt ins Hotel, welche diesmal über eine Stunde dauerte, fror ich am ganzen Körper und war heilfroh, endlich im Hotel zu sein.
Am nächsten Tag, es war Sonntag, holte mich Even vom Hotel ab. Diesmal führte sie mich aber nicht auf eine Sightseeingtour sondern zum Flughafen. Mein Flug ging um 11.00 Uhr und dauerte 5h. Der Flughafen von Shanghai ist unglaublich mühsam. Ich bin bald 2h angestanden… es begann beim einchecken, ziehte sich hin bis zum Zoll, welcher aus 3 verschiedenen Parts bestand. Ich musste mich natürlich, wie alle anderen auch, immer hinten anstellen. Unglaublich mühsam. Als ich dann noch das Flugzeug bestieg und erkannt, wie eng die Sitze aufeinander gereiht waren, war ich umso mehr froh, am Nachmittag in Singapore landen zu können.
Hier in Singapore hat alles prima funktioniert. Ich konnte mein Gepäck ganz schnell vom Förderband nehmen und der Driver vom Hotel erwartete mich auch schon in seinem Mercedes. Hier in Singapore bin ich im Sheraton Towers Hotel untergebracht. Ein recht nobles und bekanntes Hotel (es ist auf jeden Fall in meinem Reiseführer erwähnt). Auf der Fahrt glaubte ich es selber kaum, noch vor vier Jahren, als ich das letzte Mal hier war (während meiner Reise nach Australien) hätte ich mir nicht ausmahlen können, vier Jahre später für einen Businesstrip zurückzukommen und sogar im Sheraton zu übernachten!
Heute begann das Training in der Synthes Office um 8.00 Uhr. Es ging alles gut und die Leute sind wahnsinnig freundlich und aufgeschlossen. Sie trauen sich, Fragen zu stellen und Witze zu machen und sie trauen sich ebenfalls über die Materie zu diskutieren. So macht es auch mir einen riesen Spass! Und wenn ich dann noch ein gutes Feedback erhalte, was ebenfalls der Fall war, dann bin ich mehr als zufrieden.
Morgen werde ich nochmals ein Training leiten, dann werden die Leute aus Malaysia anwesend sein. Bin sehr gespannt. Ebenfalls werde ich morgen abend meine Freundin Sabine treffen, welche zufälligerweise auf der Durchreise ist ihrer Weltreise (sie ist seit Oktober letzten Jahres unterwegs). Ich freue mich sehr sie zu treffen und bin auf ihre Geschichten gespannt.
Am Mittwoch fliege ich dann weiter nach Japan, welches meine letzte Destination sein wird. Trotz der vielen interessanten Erlebnissen und Eindrücke freue ich mich wahnsinnig, wieder nach Hause zurück zu kehren. Man glaubt es nicht, aber ich habe grosses Heimweh….
Bis bald!
tämi